Wanda Treumann Interview

Wanda Treumann

„Wie kamen Sie zum Film?”

            Vor etwa sieben Jahren war ich am Lustspielhaus in Berlin, Direktion Harry Walden, engagiert.   Eines Tages wurde ich von einem Hilfsregisseur angerufen und gefragt, ob ich Lust hätte, in einem Film die Hauptrolle zu spielen.   Ganz erschrocken lehnte ich ab, denn ich hatte noch nie gefilmt und fürchtete, etwas zu verderben; doch Zureden half, und ich filmte zum ersten Male.    Aus meinem Filmdebut habe ich viel gelernt; ich sah so manches an mir, das mir nicht gefiel, vieles, das besser hätte sein müssen.   Merkwürdigerweise wurde der Film viel ver­kauft, und eine Berliner Firma begann sich für mich als Filmdar­stellerin zu interessieren.   Ich verließ die Bretter, die die Welt bedeuten, und ging zum Film, dem ich bis heute treu blieb.

„Wie setzten Sie sich durch?“

Damen, die heute Filmstars werden wollen, haben es leichter wie wir, die wir vor mehreren Jahren die Laufbahn betre­ten haben.   Heute braucht man nur tüchtig die Reklametrommel zu rühren, und der neue Star ist fertig.  Vor einigen Jahren kannte man die Art, eine Filmdarstellerin durch Reklame hoch­zubringen, noch nicht.  Man war einzig und allein von der Gunst des Publikums abhängig.  Hatte man diese errungen, verlangten die Kinobesucher diese oder jene Schauspielerin im Film wiederzusehen, so wurde ein Film und später ein zweiter und dritter gemacht, und so hatte man sich durchgesetzt, bis man im Laufe der Zeit dazu überging, Serien herauszubringen.

„Was spielen Sie am liebsten?“

Für Lustspiele habe ich eine Vorliebe; leider darf ich in meiner Serie nur zwei Lustspielfilme bringen, denn Dramen und Schauspiele gelten dein Theaterbesitzer mehr.

„Was empfinden Sie vor der Leinewand angesichts Ihres eigenen Spiels?“

Nun, Herr Doktor, ich soll Ihnen sagen, wie mir mein eigenes Spiel gefällt? Ich bitt’ Sie um alles in der Welt, was sind das für verfängliche Fragen!

Soll ich denn sagen, ich finde mich süß,

Das dürfte doch zu impertinent sein;

Soll ich so eitelkeitsabstinent sein,

Ihnen zu sagen - ich finde mich mies?

Ach, Herr Doktor, Ihr Rundfragemesser

Schneidet mir tief in die Seele hinein;

Ganz heimlich gestehe ich Ihnen ein,

Ich wollt’, ich fände mich nächstens besser!

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