Troglodytin (Poem)

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This text comes from a collection of German-speaking women's literature entitled "Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Gedichte und Lebensläufe. Herausgegeben und eingeleitet von Gisela Brinker-Gabler." This text was graciously donated to the Sophie library by Gisela Brinker-Gabler.
The Foreword and Introduction may be read HERE.
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Und ich muß durch Dunkelheiten 
Wie durch große Wälder spähn, 
Selbst die Schrecken mir bereiten,
Die sich meinen Stapfen blähn, 
Brandgestruppte Elche, Bachen,
Grunzend um das Ferkelblut, 
Wölfe, hungergrau, und Drachen
Mit den Waben gelber Glut.

Nackt, auf scharf bekrallten Zehen, 
Rot von Schauern ausgewetzt, 
Im Geröhr an Sumpf und Seen 
Duck ich brünstig und gehetzt; 
Natter schlüpft durch meine Hände, 
Schnecke näßt mein Haar mit Schleim,
Meine buntgefärbte Lende 
Wird der Kröte liebes Heim.

Meine Zähne reißen Beulen 
Von verkrustet hartem Stamm;
Ein beglücktes, leises Heulen,
Brech ich hoch aus Ried und Schlamm,
Eh der Leib mit Bärenpranken 
Um den irren Wandrer ringt,
Ihn, erglüht, an Brust und Flanken
Keuchend sich zu Willen zwingt. 

Auf verdorrten schwarzen Kräutern 
Lieg ich stumm im Höhlenhaus;
Schwer an trankgeschwellten Eutern
Hängen Kind und Fledermaus,
Da im Mondforst Auerhähne
Eine Hexe bellend neckt, 
Die mit fahler Widdermähne 
Goldne Kringelhörner deckt.

Bibliographic Information
Author: 
Editor: 
Gisela Brinker-Gabler
Publication Date: 
1991
Publication Place: 
Frankfurt am Main