O Gott, bewar mein Herz vnd Mund (Poetry, Song Lyric, 1583)

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This text was graciously donated to Sophie by Dr. Albrecht Classen, University of Arizona.

Im thon In dich hab ich gehoffet, Herr

1. Ewiger Vatter von Himmelreich,
ich ruff zu dir gar inniglich,
laß mich von dir nicht wenden.
Erhalt mich in der warheit dein
biß an mein letztes ende!

2. O Gott, bewar mein hertz vnd mund!
her, wach ob mir zu aller stund,
laß mich von dir nicht scheyden,
Es sey durch truebsal, angst vnd not,
erhalt mich rein in freuden!

3. Ewiger Herr vnd vatter mein,
ich arm vnwirdigs Kindelein,
thu mich weisen vnd lehren,
Daß ich acht hab deins stegs vnd wegs,
darnach steht mein begeren.

4. Zu wandlen durch dein krafft in todt,
durch truebsal, Marter, angst vnd not:
darinn thu mich erhalten,
Daß ich von deiner lieb, O Gott,
nimmermehr werd gespalten.

5. Es reysen vil auff diser Bahn,
so steht der Kelch deß leidens dran,
vnd auch vil falscher lehre,
Ob man vns auch mögt wenden ab
von Christo vnserm Herren.

6. Zu dir erheb ich, Herr, mein Seel,
auff dich hoff ich in vngefell,
laß mich geschendt nicht werden,
Daß sich mein feind nicht über mich
erheb auff diser erden.

7. Bey jhn lig ich verschlossen ein:
ich wart, O Gott, von hertzen dein
mit sehr grossem verlangen,
Wenn du ein mal wolt wachen auff
vnd loesen dein gefangnen.

8. O Gott Vatter, zu deinem reich
mach vns den fünf Jungfrawen gleich
die fein vorsichtig waren,
Auff den Breutgam zu warten schon
mit seinr ausserwelten schare.

9. Ewiger König von Himmelreich,
speise vnd trenck vns ewiglich
mit deiner warheit speise,
Die da nimmer verderben thut,
alls nach geistlicher weise.

10. Wo du dein speiß entzeugst von vns,
so ists verloren vnd vmb sunst,
ohn dich wir nichts vorbringen:
Durch dein gnad hoffen wir auff dich,
es wirt vns nicht mißlingen.

11. An Gottes macht zweifelt mir nicht,
warhafftig sind seine gericht,
er wirt der keins verlassen
Das fest im Glauben bestendig ist
vnd bleibt auff rechter strassen.

12. Seid getrost, jhr Christen, vnd erfrewt
durch Jesum Christum alle zeit,
der geb vns lieb vnd glauben.
Gott troest vns durch sein heiligs wort,
darauff sollen wir trawen.

13. Ich befehl mich Gott vnd seiner gmein,
er woll heut mein geleythman seyn
von wegen seines Namen:
Das wollst erstatten, Vatter mein,
durch Jesum Christum. Amen.

Bibliographic Information
Publication Date: 
1583
Press: 
im Außbund