Mach ick vnglueck nicht wedderstaen (Mag ich Unglück nicht widerstan (Poetry, Song Lyric)

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This text was digitized and graciously donated to Sophie by Dr. Albrecht Classen, University of Arizona

Dieses Lied wurde später im 16. und 17. Jahrhundert vielmals nachgedruckt und fand auch in den verschiedensten Liederbüchern wie dem Weimarer Liederbuch Aufnahme: Helmut Osthoff, Die Niederländer und das deutsche Lied (1400-1640), 1967, 495; Das Weimarer Liederbuch, 1918-1920, 242f., Nr. 38/2.

1. Mach ick vnglueck nicht wedderstaen,
mot vngnade haen,
der werldt vor Godt, myn recht geloeuen,
So weeth ick doch, ydt ys myn kunst,
Gotts hueld vnd gunst,
de moth men myn vorloeuen.
Godt ys nicht wyth,
en klene tydt,
he sick vorbergt,
beth he erwoergt,
de my syns wordes berouen.

2. Nicht wo ick will, ytzundt myn saeck,
wyel ick bin swack,
vnnd Godt myn fruecht leth vinden,
So weeth ick dat neen gewalt blifft vest,
vs aller best,
dath tydtlick moth vorswinden.
Dat ewich gudt,
mackt rechten modt,
darby ick blyff,
wage gudt vnd lyff,
Godt help my auerwinnen.

3. All dinck ein wyle ein Sprickwordt ys,
Herr Jhesu Christ,
du werst my sthaen thor syden,
Vnd seen vp dath vngluecke myn,
als wer ydt dyn,
went wedder my wert stryden.
Moth ick denn daran,
vp desser ban,
Welt wo du wilt,
Godt ys myn schildt,
de wert my wol geleiden.

New High German Translation

Mag ich Unglück nicht widerstan,
Muß Ungnad han Der Welt für mein recht Gleuben,
So weiß ich doch, es ist mein Kunst
Gotts Huld und Gunst;
Die muß man mir erlauben.
Gott ist nicht weit;
Ein kleine Zeit
Er sich verbirgt
Bis er erwürgt
Die mich seins Worts berauben.                       
 
Richt, wie ich wöll, jetzund mein Sach,
Weil ich bin schwach
Und Gott mich Furcht läßt finden,
So weiß ich, daß kein Gewalt bleibt fest;
Ists allerbest
Das Zeitlich muß verschwinden.
Das ewig Gut
Macht rechten Muth;
Dabei ich bleib,
Wag Gut und Leib;
Gott helf mir überwinden.
 
All Ding ein Weil, ein Sprüchwort ist.
Herr Jesu Christ,
Du wirst mir stehn zur Seiten,
Und sehen auf das Unglück mein,
Als wär es dein,
Wenns wider mich wird streiten.
Muß ich denn dran
Auf dieser Bahn,
Welt, wie du willt.
Gott ist mein Schild;
Der wird mich wol beleiten. Amen.                        

Bibliographic Information
Author: 
Publication Date: 
16th Century