Liebe im Schlaf Coupé (Essay, 1925)

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A film review by Lilly Klaudy which was featured in the 13 January 1925 issue of the Neue Freie Presse. We would like to thank Coco Mack for the transcription.

[„Liebe im Schlaf Coupé.“]
         Komödie in 6 Akten mit Harold Lloyd in der Hauptrolle. Bathe Consortium Cinema. Der Titel ist natürlich eine Attrappe. Ein Aussitzer für alle jene, die hinter seiner Verheißung irgendwelche pikante Offenbarungen vermuten. Was in diesem Film geschieht, braucht keine Konfirmandin erröten machen. Es ist harmlos burlesker Humor, verquickt mit Akrobatenkomik und sympathischer Albernheit—ein buntbewegtes Durcheinander von drolligen Einfällen, für die teils die Regie zeichnet, teile der die Leinwand beherrschende tragikomische Held. Man kennt Harold Lloyd und seine persönliche Note. Man weiß, wie spaßig seine Verlogenheiten sind, weiß, auf welch possierliche Art er derselben Herr zu werden sucht. Oft er im Grunde auch immer derselbe, in dem Sinn nämlich, daß er stets die Komik seiner treuherzigen Einfalt und feiner zirkusmäßigen Beweglichkeit wirken läßt, so erscheint er doch in jedem Stück gewissermaßen anders graviert—am vorteilhaftesten zweifellos dann, wenn ihm seine Rolle die Möglichkeit bietet, ungeschickter Liebhaber, Ausaßt und Akrobat in einer Person zu sein. Diese Bedingung durchaus zu erfüllen, sei, Nest dem Vorzug wirklichere Situationskomik und eines mitreißend flotten Spieltempos, den neuen Lloyd-Film als Bedienst und Hauptreiz nachgerühmt. Die Miniaturpartnerin im Schlaf Coupé verdient besondere Anerkennung.
                             L—y K—y

Bibliographic Information
Author: 
Publication Date: 
13 January 1925
Publication Place: 
Vienna, Austria
Press: 
Neue Freie Presse
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