Hella Moja Interview

Hella Moja

Um es gleich vorweg zu sagen – ich wollte niemals zum Film.  Die Bühne war es, der ich mich widmen wollte, und so wandte ich mich mit vielem idealen und heißen Streben der Theaterschule zu.  Bei meinem ersten Auftreten hatte ich künst­lerisch einen ehrlichen Erfolg.  Es war ein kleines Theater mit einem teilweise recht guten Ensemble.  Pariser Einakter spielten wir dort.  Und wie groß war die Freude, als die Tagespresse schrieb: »daß einem Fräulein Hella Moja Gelegenheit gegebenwurde, ihr großes darstellerisches Können zu zeigen, so daß man dieser jungen Dame bald auf einer ersten Bühne begegnenwürde.«

        Doch dieser schönen Hoffnung machte bald der Ausbruch des Weltkrieges ein Ende.  Das Theater wurde mit vielen ande­ren geschlossen und Fräulein Moja vergessen.  Zwei Jahre ge­hörte ich noch verschiedenen größeren Bühnen an, doch stellte man mich  – eine alte Geschichte – als unbekannte An­fängerin, nicht als erste Besetzung heraus.  So kam es, daß ich mich in.  einem Film versuchte.  Im Anfang war ich genau so unglücklich, wie das Manuskript es verlangte.

Eineinhalb Jahre vergingen.  Ein langwieriger Halskatarrh zwang mich, für einige Monate überhaupt der Bühne zu ent­sagen.  Um mich zu beschäftigen und trotzdem »meine Stimme zu schonen«, wollte ich es nochmals mit dem Filmen ver­suchen.  Gelegentlich hatte eine Film-Gesellschaft von mir Bilder erhalten, die ich nunmehr für einen anderen Zweck be­nötigte.  So ging ich hin, um sie mir zu holen.  Statt die Bilder zu erhalten, wurde ich verpflichtet – auf drei Jahre!

Jetzt aber gibt es schon manchmal eine Zeit, wo ich restlos glücklich bin, und ich empfinde es als ein schönes Geschenk desSchicksals, gerade in dieser schweren Zeit dazu beitragen zu können, vielen Menschen etwas Freude und Vergessen bringen zu dürfen, sei es auch nur für wenige flüchtige Augenblicke.

Anerkennende Briefe, von einem oft aufrichtig meinenden Publikum geschrieben, bestätigen mir dies, und ich empfangedankbaren Herzens diese Zeichen eines Erfolges, die mich für alle Mühe und Arbeit und manche bittere Enttäuschungentschädigen.

Wer es ernst mit seinem künstlerischen Streben meint, wird wohl kaum mit sich selbst zufrieden sein und selbst Fehler und Mängel sehen, die man lieber vermieden wissen wollte, doch leider hat man sehr selten die Möglichkeit, sie nachherauszufeilen.  Es bleibt einem beim Betrachten seiner eigenen Leistung schließlich nichts anderes übrig, als sich dem Wohl­wollen seines Publikums zu unterwerfen, das hoffentlich mit seinem »Liebling« glimpflich umgehen wird.

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