Hansi Dege Interview

„Wie ich zum Film kam?“

Seinerzeit war ich am Apollo-Theater zu Berlin (Harry Wal­den-Gastspiel) verpflichtet, als mich die Neugier zum Trocadero-­Café führte, um dort dem Treiben der Filmkünstler mal bei­zuwohnen.  Da hörte ich plötzlich den Ruf: »Hallo, Fräulein Dege, wollen Sie auch filmen?« Es war dies die Stimme eines mir bekannten Regisseurs.  Ich entgegnete ihm, daß mir die Art des »Filmens« gänzlich unbekannt sei, mich jedoch riesig interessiere.  Da nahm ich die Gelegenheit wahr und wohnte mehreren Aufnahmen im Atelier bei.  Bald hatte ich das be­stimmte Gefühl, daß mir die Art des Spiels für die »Leine­wand« gut liegen müsse.  Schon der erste Versuch glückte.  Weitere schnelle und gute Erfolge bewogen mich, der Bühne Valet zu sagen.  Mein Wirken für das »Objektiv« macht mir aufrichtig viel Freude, so daß ich nicht bereue, mich der Film­ kunst gewidmet zu haben.

„Wie ich mich durchsetzte?“

Mein Können, gepaart mit etwas Glück, ließ mich in Kürze das erreichen, was mir vorstrebte, als allbekannte und gern ge­sehene Filmschauspielerin zu gelten.

„Was ich am liebsten spiele?“

Das Fach der munteren Liebhaberinnen und Soubretten.  Ein Feld, das ich schon bei der Bühne innehatte und mit Er­folg verkörperte.

„Was empfinde ich angesichts meines eigenen Spiels?“

Da die Wiedergabe auf der »Leinewand« ein ausgezeich­neter Kontrolleur meines Spieles ist und mir auch den kleinstenMoment meiner Schwäche zeigt, so habe ich stets das Emp­finden und den Ansporn, immer vom Besten das Beste geben zu wollen.

Zur Frage über das Thema„Läßt sich das Kinodrama auf ein höheres (geistiges und literarisches) Niveau bringen?“Darüber möchte ich mich einer bestimmten Äußerung ent­halten.  Bemerken möchte ich nur, daß der Film eine »me­chanische« Wiedergabe ist und das »künstliche Auge« mit den geistigen Fähigkeiten nicht Schritt halten kann, so­mit also eine Grenze gezogen ist, wo ein höheres geistiges Niveau in Frage kommt.  Ich rede natürlich nur von »Spiel-Filmen «.

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