Grete Diercks Interview

Grete Diercks

„Wie ich zum Filmen kam?“

Nein, nicht ich kam, sondern er kam.  Man wird auf der Bühne gesehen, gefällt in der oder jener Rolle, hat die passendeMaske und schon »ist’s geschehn«.  Und wer A sagt, muß auch B sagen.

„Was ich am liebsten spiele?”

Mich selbst natürlich, aber das ist mir noch nicht passiert.

Zu Frage 4 kann ich nur sagen: Man lernt, lernt unge­heuer.  Besonders wir von der Bühne.  Man sieht sich, und das ist uns leider sonst versagt.  Jede Bewegung, jeder noch so kleine Fehler.  Die Leinewand hält beides fest.  Nur muß man sich meiner Meinung nach wohl hüten, zu oft, respektiv nicht dauernd zu filmen.  Die Sprache leidet infolge der raschen, nur andeutungsweisen Aussprache während der Aufnahmen be­deutend. 

Und ebenso ist man »schachmatt« sozusagen.  Und abends, nicht wahr, sollen wir Schauspieler ja erst leben.  Wenn wir erst dahin kommen, unsere Szenen im Film länger ausspielen zu dürfen, so würde wohl manches Kinostück, wel­ches momentan als sehr unzulänglich angesehen werden muß, menschlicher und verständlicher wirken.  Aber so heißt die Parole: nur rasch, sonst schläft das Publikum ein.  

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