Ein Lied vom Streit des Teufels wider die Christen (Poetry, Song Lyric, 1554)

Printer-friendly versionPrinter-friendly versionPDF versionPDF version
This text was digitized and graciously donated to Sophie by Dr. Albrecht Classen, University of Arizona

1. Nü horet zü Ir Christenn leüt,
Wie der teuffell mit Christenn streith,
Alhir auff diesem Jammerthall,
Ist es ein stetiges kriegenn,
Wie das gleubigenn betzeugenn,
 
2. Nü horet zü all gleübigenn,
Wie brummet der teuffell mit vnns,
Das wir nit viell habenn gute Zeitt,
Dann trawrigkeit viell er gibet,
Die Christenn vonn gott abschrecket,
 
3. Nü horet ich hab es erfaren,
auff viell weiss er es treibenn kann,
Zu sehenn denn er schlingenn kann,
Dem thut Im glaubenn widerstan,
Ehir genntzlich er vberwindet gar,
 
4. Nü horet zü die Ir nicht achtt,
Was vnrecht ist wider ewernn gott,
Inn leiblichen lustenn strebett,
Gottes strennge gerichte nicht furchtet,
Seinn wortt mit vorsatz wider strebt,
 
5. Nü horet was der teuffell sagt,
Wie er die warheit Inn lugenn keret,
Vertraw nit got du hast es boess,
Folg mir so wirstu werdt vnnd reich,
Vnnd hast bei mir dein himelreich,
 
6. Nü horet was der gotloss sagt,
Was gehet mich die Religion ann,
Was haben sie vor nutz dauonn,
Nott Jammer kontenn sie wendenn,
Lassen farenn das In nicht tregt,

 
7. Dann horett was gibt vnns der geitz,
Gut schlosser, stet, Beut, Landt vnnd Leut,
Sie habenn gegenn vnns verlorenn spiell,
Vnnser hanndell treget gewinst,
Was wir thun darin furchtenn gott klein,
 
8. Nü heret wasnutzet eüch das,                                                                     wasnutzet = was nützt
Wann euch der teuffell betrogen hat,
Ir must mit leib vnnd seele dauonn,
Werdt Inn die helle begrabenn,
Als Christus euch selbst thut sagenn,
 
9. Nu horet wie wirts nemen ein enndt,
Wenn sich Lachenn Inn trawren wenndt,
Der teuffell euch betrogenn mit list,
Gebracht Inn heulenn vnnd weinen,
Das Ir Immer claget mit rehw,
 
10. Nü horet wie freüntlich ist got,
wie er den rewendenn sunder lockt,
Aller menschenn seligkeit furdert,
Darumb thut euch zu Im kerenn,
Ehir euch die Zeit wirt zu spete,
 
11. Nü horet zü wie eüch gott trost,
Die ir vnnter dem Creutz verharrenn thut,
Leidet euch mit mir ein kleine Zeit,
Dann glaub vberwindt behelt denn Sieg,
Gibt furwar hirnach das himelreich,
 
12. Nu horet zü die Ir gott acht,
Nembt euch der Christen notturft ann,
Beleidiget sein gleubigenn nicht,
Also Inn Liebe erfunden,
Immer alletzeit vnnd stunde,
 
13. Als horet dieses liedts ein enndt,
Gott geb das sich all sunder bekernn,
Irnn glaubenn prufenn nach dem wordt,
Sich vonn sunden zu Christo wendenn,
So wirtt er sich zu In kerenn.


Bibliographic Information
Publication Date: 
6. December 1554