An die Freiheit (Poem, 1991)

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This text comes from a collection of German-speaking women's literature entitled "Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Gedichte und Lebensläufe. Herausgegeben und eingeleitet von Gisela Brinker-Gabler." This text was graciously donated to the Sophie library by Gisela Brinker-Gabler.

The Foreword and Introduction may be read HERE.
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Gold'ne Freiheit, kehre wieder 
In mein wundes Herz zurück, 
Weck' mir neue, heit're Lieder 
Und entwölke Geist und Blick.

Komm und trockne meine Thränen
Mit der rosig-zarten Hand, 
Stille meines Busens Sehnen, 
Löse, was die Liebe band.

Liebe schafft Olympos-Freuden,
Und wer ehrte sie wie ich? – - 
Tiefer doch sind ihre Leiden, 
Und allein sie trafen mich.

Ach! mit Jahren voller Qualen, 
Mit des halben Lebens Glück 
Mußt' ich ihre Wonne zahlen,
Flüchtig, wie ein Augenblick.

Ohne Freuden stieg der Morgen
Für mich arme Schwärmerin, 
Und der Liebe bleiche Sorgen 
Welkten meinen Frühling hin.

Wonne hat sie mir versprochen, 
Treue war mein Gegenschwur, 
Unsern Bund hat sie gebrochen,
Schmerz und Thränen gab sie nur. – – –

Nimm für deine Palmenkrone 
Was die Liebe mir verspricht, 
Hier in dieser Männer-Zone 
Grünt für mich die Myrte nicht.

Gold'ne Freiheit, kehre wieder, 
Stimme meiner Harfe Ton;
Jubelt lauter, meine Lieder, 
Ihr Umarmen fühl' ich schon!

Bibliographic Information
Author: 
Editor: 
Gisela Brinker-Gabler
Publication Date: 
1991
Publication Place: 
Frankfurt am Main