Der Mann ohne Nerven (Essay)

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A film review by Lilly Klaudy, as transcibed by Channing Miller.

[„Der Mann ohne Nerven.“]
Sieben Akte mit Harry Piel. Hape Film, Berlin (Preffevorführung.) Ein Film für den, der das Gruseln lernen will. Fängt toll an, indem er einerseits zeigt, wie „der Mann ohne Nerven“ seinem Wesen nach beschaffen ist, unerschrocken, kaltblütig, jeder Gefahr überlegen, anderseits, wie verheerend die Berichte über seine tollkühnen Heldentaten auf die Sensationslust des großen Publikums wirken. Einige gute Regieeinfälle gestalten diesen Teil der Geschichte recht lustig. Nachdem der Held dem Zuschauer solcherart vorgestellt worden ist, beginnt die eigentliche Fabel des Stückes. Bei einem Wohltätigkeitfest steigt zur Belustigung der Besucher ein Fesselballon über der Stadt empor. Das Unglück will, daß das Geil. Mit dem das Flugzeug verankert ist, verletzt wird. Es reißt und der Ballon, ledig jeder Fessel, entschwebt mit seinen Insassen, steuerlos, weit von jeder menschlichen Hilfe, ein Preisgegebener, in Wolken und Nebel. Nur ein Publikum „ohne Nerven“, wie der Held des Schauspiels, könnte sich dem Eindruck dieser Tragödie in der Luft völlig entziehen. Denn wenn man sich auch sagen muss, dass ein Großteil der Effekte auf Tricks zurückzuführen ist, wird man doch nicht umhin können, sich angesichts der Situation der Gondelinsassen von einem leisen Schauer überrieselt zu fühlen. Harry Piel in der Hauptrolle, ist ganz und gar in seinem Element: Elegant und Taufensaffa in einer Person. Albert Paulig sorgt inmitten so vieler Schrecknisse für eine Oase der Heiterkeit. Es ist anzunehmen, dass dieser Film einen starken Publikumserfolg erringen wird.
                                                                     L—y K—y

Bibliographic Information
Author: 
Publication Place: 
Vienna, Austria
Press: 
Neue Freie Presse
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