Antwwurt zwayer Closter frauwen im Katheriner Closter zuo Augspurg (Letter, 1523)

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This text was digitized and graciously donated to Sophie by Dr. Albrecht Classen, University of Arizona

 Antwwurt zwayer Closter frauwen
 im Katheriner Closter zuo Augspurg/
 an Bernhart Remen/
 Vnd hernach seyn gegen Antwurt.

 Esaie. xxxiii.
 Gott ist vnser gesatz geber.
 Job. viii.
 Die hoffnung ains gleyßners zergat

Mein bruoder Bernhart/du haßt vnns gewünscht die rechte erkantnus Ihesu Christi/darumb wir dir dancken/wir hoffen/wir haben die rechten erkantnuß von got/got will vns festen vnd bestetten/in dem/das im von vns ain lob vnd ain gefallen ist. Du hast vns zwen Sendbrieff geschickt/schick ich dir wider/wann wir achten dich/fur der falschen Propheten ainen/daruor vns Iesu Christi gewarnet im hayligen Ewangelio/Da er spricht/Huettend euch vor den Propheten/die da kommen in gestalt der scheflach/vnd seind reyssent woelff. Also bist du auch kommen mit vil guotten worten/vnd woltest vns gern verirren vnd klainmuetig machen. Du darfft nit gedencken/das wir so thoret seyen/das wir vnser hoffnung ins Closter vnd in vnser werck setzen/sunder in got setzen wir vnser hofnung/der ist der recht herr vnd beloner aller ding/dem woel wir gern willigklichen im closter dienen/lieber dann in der welt/mit der gnad vnd hilff gottes/Du darffst dich gantz nichts kümmern vmb vnser leib vnd sel/du darfst für vns nit gen himel noch gen hell faren/got der almechtig wirt vns alle richten an dem jungsten tag/nach seiner gerechtigkait/das wiß wir alle wol. Darumb gedenck nu an dich selb/das du ain guotter Christ werdest vnd seyest/vnd das du dein stand recht haltest/vnd du bey Gottes namen vnd bey seiner bittern marter nit also schwerest /ich waiß wol das dus wol kanst/Vnd am Freytag vnd Samstag nit flaysch essest. Die ding seynd nit die leer Jesu Christi/du wilt vns ain agan auß dem aug ziehen/vnnd du hast selb ain grossen thruam darynn. Ich wayß auch wol/das du gesprochen hast/dein dochter vnd ich/weren dir gleych als mer/in dem Tempel hauß/als in dem closter/Du soltest dich in dein hertz hinein schemen/zuo gedencken/geschweygen auß zuo sprechen wers von dir hoert/kan nit vil guotts gedencken über dich/da sehen wir wol dein bruederliche lieb/die du zuo vns hast/vnd das du von vns last trucken/der Buochtrucker gedenckt freylich nit vil guots über dich/wenn er dir schon guote wort gibt/hastu nichts anders kinden drucken/wenn von den gaystlichen was sy thuond vnd seyndt du hettest das gelt wol durch gots willen geben warumb hastu nit von dir selbs lassen drucken vnd deins gleychen/Aber ich wayß wol/das du vnd deins gleychen recht thuond alweg/vnd das jr die gaystlichen gnuog außrichtend/es leyt nichts daran/es wirdt noch ain zeyt kommen/es würdt euch layd/wir woellens mitt der hilff Gottes gern leyden von seindtwegen/er hatt auch bitterlich von vnser wegen gelitten/vergeb euchs got allen/das sey vnser boese red/das bitter leyden Jhesu Christi druck in dein hertz/ist dir besser/wenn das hin vnd her gryblen/du bist nu gern ain guuotter gesell vnnd froelich/ich woelt dir dein Sendbrieff wol bas verantwurten/ich wils aber gott dem herren entpfelhen. Du hast vns empotten/du woellest schier zuo vns kommen/wenn du nit von guotter fraindt schaft zuo vns kumpst/so bleyb nu auß/wilt du vns nun außrichten/so dürff wir dein gantz nichts/du darfst vns nichts sollichs mer schicken/wir werdens nit annemen/wir haben auch guotten buecher vil.
 

 Hernach volget die antwurt
 auff disen brieff.

 Bernahrt rem wünscht seiner
 Schwester Katherina/vnd Dochter
 Veronica Remyn/frid vnd
 Gnad in Christo

Ich hab ewer antwurt empfangen/aber mit weniger frewd/angesehen/das ir mein schreyben/in aller Christlicher trew gethon verschmecht/vnd mir mit vnwillen mein vermanung wider zuo hauß geschickt/darzuo auß zorn des ich mich zuo euch kains wegs hett versehen/mich schmehen/vnd ain falschen propheten nennen. Zuo woelchen worten ich nicht hoerters sag/dann das ir noch nit wist/oder nit wissen woelt/was ain falscher Prophet sey/dann ain falscher prophet/braucht wol guote wort zuo betrug der ain feltigen hertzen/die er mit seyn selbs troemen vnd menschen leer/arglistigklich ab zeücht vnd der haylsamen leer Christi jesu/deren ich (also ist mir got ain zeüg) kains gethon hab/sunder ainfalrigklich auß Christlicher trew/euch für gehalten als vor augen/nit menschen leer/die verwirren/sunder gotes leer/zuo gaystlichen frid vnd frewd ewer gewissen/menschen leer zerstoert vnd verwirt die hertzen/vnd zeücht sy ab von der warhaftigen/ainfeltigen leer Christi vnsers haylands ii. Cor. xi. gleich wie der schlang Euam betrog durch sein arglistigkait. Mein schreiben an euch gethon/ist allenthalb offenbar/ich acht auch es müg kein rechter christ solchs mit grund verwerffen/Aber jr seind mit ewer Regel vnd menschen fündlein noch vbel verstrickt/das jr die augenscheinlich Euangelisch warhait nit mugen fassen. Ich bitt aber Christus/er woell ewer hertz erleychten in rechter erkantnuß seiner theüren freyhait/die er vns so hart /durch ain ellen den verschmechten todt erarbait hat/ich hab das mein gethon/als ewer bruoder in Christo/ Ich kan euch die gnad nitt geben/aber so vil an mir ist/hab ich treüwe ermanung gethon/die reüt mich noch nit/wie wol jr in bitterkait ewers hertzen gegen mir erzunt seyt. Ir schreybt ewer hoffnung stand allain in got/das hoer ich gern/vnd bitt got/das er solliche hoffnung in euch mere. Das aber jr got gern willigklich im Closter dienen woelt/furcht ich es stand die sach vmb euch noch nit so glat/als jrs machend/dann ich euch auß Esa.xxix.vnd Math. gnuogsamlich bericht hab/wie got nit woel geert werden mit menschen leer vnd satzung als ich besorg/das jr noch auff dem alten weg seyt/vnd mit selbs erdachten wercken got übel erzürnent/die edelen zeyt schedlich verzeret/vnd euch selbs/on frucht der lieb/auch on lust vnnd frewd der gewissen fast ser bemueet/darzuo woelt jr nit verston/was welt hayst. Warlich die weyl wir in der gebrechenlichen herberg vnsers toedtlichen leybs wonen/tragen wir die welt alweg mit vns/in welden/in cloestern/vnd wa wir seyen. Was beklagt sich sunst Paulus so hart/als seines sterplichen sündtlichen leybs/darinn sich die erbsünd gewaltigklich erhept/vnd streyt wider den gayst gottes in vns tag vnd nacht/im Closter vnd ausserthalb dem Closter/als jr habt. Roma. vii. Gal.v. Darumb secht euch für/seyt nicht schlafferig vnd sicher hinder den hohen mauren. Ir seyt warlich in der welt/vnd ob jr schon ettwo nit so vil args sehend/als ich/so habt ir doch/bey vnd in euch selbs/die sünd vnnd der sünde frücht/dann ir seyt nit hailiger dann Paulis der sich sollichs auch beklagt hatt zuomeermal/es laut nit wol ewer schreyben an dem ort/es stuend dem gleyßner baß an. Luce.xviii. Der nit was wie die andern/auch begert ir/ich sol mich weder vmb ewer leyb noch seel fast bekümmern/ich mueß für euch weder gen hymel noch gen hell. Hie merck ich aber/das ir layder noch nit wist was ain Christlichs leben ist/vnd was ains Christen menschen ampt ist/dann ir vermaint es soll sich nyemands des andern annemen/vnd yeder man sein selbs allain gewar nemen/wa bleybt dann Christlich trew vnd liebe/die alle gebot erfült. Ro. xiii. Bin ich doch schuldig auß gotes gebot euch als meinen neben menschen zuo warnen vnd zuo guotem ermanen/ob ir mir schon nit leyplich gefraint werend/als ir leßt Mat. xviii. Wann ich mich ewers lebens vnd hayls nit soll annemen/wa beleybt der Artickel/Gemainschafft der ahilgen/darinn wir lernen/wie guots vnd vbels im gaystlichen coerper Christi zuo gleich alle glyder beruert/dz sich ains mit des andern glück frewdt/vnd mit dem traurenden traurt das sich ains des andern in aller not annympt als wer es selbs/das ander. Also will got das ainer dem andern helf sein burde tragen Gal. vi. Die liebe ist nit aygennützig/das sy allain das ir suoche/sunder nympt sich des andern an/vnd ist seinem nechsten/wie Christus vns ist/als Pau. Philip. ii. lert/vnd i. Corin. xiii. Darzuo zwingt mich auch das natürlich gsatz/dann wa ich in geferlichait meins leibs oder seel were/begerte ich hilff/rat/ermanung/vnd beystand meyns nechsten/des gleichen bin ich ims auch schuldig wie kan die hand sagen/das sy des augs nit bedurff. oder syet ir witziger dann Pau.i.Cor.xiii. Da er anzaygt durch gleychnuß ains natürlichen leybs/mitt was band wir glyder Christi vnder ainander verknypfft seynd. Paulus begert allenthalb/fürbit vnd fürsorg der frummen menschen/vnd ir verzeicht euch ains armen sünders gebet/vnd vetterlicher sorg/als ob ir für euch selbs gnuogsam seyen zuo allem guoten/aber ewer red laßt sich mercken nach Closter art/ir sündert euch darumb ab/das ir mit yedermans leyden vnd nott vnbekümmert/für euch allain vil grosser verdienstzamen samlen. Nit also lieben schwestern/Es last sich nit also gen hymel faren/das sich ain yeder seyns nechsten not vnd gebresten entschlach vnd auff sich selbs allain sech/liebe laßt sich nitt also binden/ob aber ir mein arms fürbit verschmecht/muoß ich geschehen lassen. Ich bekenn laider/das ich ain armer sünder bin/aber ich soll darumb/vmb eüwers zorns willen/das Vatter vnser nit verendern vnd für mich selbsa allain bitten/sunder auch bitten für meine tods feynd/als mich Christus lert Matth.v. Schlacht ir aller menschen fürsorg für euch auß/so versteet ir noch heüt beytag/die Euangelisch leer nit. Nympt ir aber zuo danck an/was ander leüt fur euch sorgen/vnd bitten/aber verwerft allain mein arms gebet so wandeln ir nit recht nach dem Euangelion dann es wer ain hoffertige vermessenhait/wann ir ewern mitbruoder so schmachlich verwurffet. Wie dem allein/es sey euch lieb oder nit/so sorg ich fur euch/vnd will gott allweg bitten vmb hayl ewers leybs vnd der seel. Weytter ermant ir mich/das ich an mich selbs sech/vnd recht leb sollich trew ermanung nym ich an zuo grossem danck/dann ich bekenn mein vnuolkommenhait wol kan aber darumb nit aufhoeren für euch auch sorg zuo tragen. Des schwerens halb/fürcht ich/ir last euch den zorn zuo ainem freuelichen vrtayl treyben dann es mir nit bewüst/das ich sollicher weyß geredt hab/wie ir schreybt/doch nempt mein ermanung/als trewlich an/als ich die ewern/so woell wir wol zuo fryden sein. Nu hebt ir mir auf wie ich Freytag nd dampstag soll flaisch essen/yetz will ich ston lassen/das ir vber ain vnbekante sach freuelich vrtaylet/ Aber ewern irrigen won muoß ich tractiern/Ir maint am Freytag flaisch essen sey ain hefftige todtsund. Ich frag euch was sünd ist es/am freytag vnd sampstag menschen flaysch essen. Gebt antwurt/wer die leüt veracht vnd sy vrtailt/ir eer befleckt/dz ist menschen flaisch essen. Nu sag ich nit dz ir menschen flaisch esset/aber ir soltet mich ermant haben/daz ich fraintlich wer/wie ir niemants sein eer abschnite/so kompt ir ich sol nit kue oder kalb flaisch essen. Dieweyl ir meins ermanens so gar nit bedürft/vnd selbs alle ding wisset/Sagt an wa verbeüt vns die hailig schrift falisch zuo essen mit danck sagung. wen sagt irs. spricht nit pau. den rainen seyen alle ding rain/vnd Mat. xv. wz zum mund eingeet befleckt den menschen nit/wenn nu die schrift flaisch essen nit verbüt/warumb machet ir ain todsund/da kaine ist/wenn ich yetz auch zürnen woelt/wie ir so moecht ich sagen/ir erhebt euch vber got/dann ir setzt ain gebott der armen seel/vnd macht sund da got kain gebot setzt vnd kain sund zuoschreybt. sagt mir noch ains/wenn flaisch vermeyden ain freytag gottes gebot ist/warlich so solt mans halten durch vnd durch/gleich wie dz gebot stil nit/vnd kain mensch hats zuo erlauben vnd got sein gebot auff zuo heben. Nu secht ir das man flaisch essen vmm gelt erlaubt/darauß guot zuouernemen/ob gleich kain schrift wer/das es nit ain gots gebot sunder ain menschen gebot ist. Nu seyn wir durch Christus von den elementen diser welt erloeßt/vnd in christliche freyhait gesetzt/vnd herren vber speyß/tag/klayder/vnd alles eüsserlichs/darumb sollen wir nit mee/der menschen knecht/daz ist mit menschen satzung in der gewißni gefangen werden/es sol vns auch niemants das zil verrucken/vnd ir thuet wider den hailigen gayst/der Colo. ii. sagt. Laßt euch niemants ain gewisen machen vber speyß tranck/tag ec. Wann ir dem euangelio so vil glauben gebent als menschlichen satzungen/hettet ir euch diser klag gegen mir wol enthalten/seytemal ich nit wider got thuo/ob ich schon auß vrsach flaisch esse oder visch. Seyt ir nit in der welt wa her kommend euch dann solche weltliche wort vnd gebot/die dem gayst stracks wider wertig seind. Henach zaigt ir mir ain balcken in meinen augen/ich hab mich doch vor offt bekennt ain sünder/woelche aber vnder euch kein sund hab/die werf ain stain an mich. Der nachgenden red halb von Tempel hauß/ist nitt vil fests zuo machen/Ich acht auch/ir soltend ain offnen sünder nit so gar verwerffen/die weil gotes vrtail verborgen seynd/wer heütt fellt/stat villeycht morn wider auf. Ich wolt dannocht lieber an des offnen sunders stat sein Luce. xviii. der vor der welt wol so veracht wz/als aine im tempel hauß/als an des gleyßner stat/dann secht wie er ain gnedigen gott hett/vnd der auffgeblaßen gleyßner/der in als ain hund verachtet/ward vor gott verworffen/ir soltend an den spruch Math. xxi. gedencken/warlich ich sag euch das die offnen sünder/vnd thorlichen weyber werden euch vorgeen/ins reych der hymel/wenn ir hie dem wort gotts glaubt/so werden ir mir mein red nit so hoch anziehen/ich will euch dannocht ains nit verhalten/Es stat baß gegen gott vmb ain offenlichen sunder/DEr aber sein ellend vnd presten sicht/vnd sich der gnad gottes nottürftig bekennt/dann vmb ain sollichen gleißner/der für erbar vor der welt angesehen ist/vnd im seyn guote werck ain vertrawen machen/das er sich fur frum helt/vnd ain armen sünder neben im veracht/vnd laßt euch dise red nit seltzam seyn besecht die schrift/ir werts wol finden/vnd wenn ir schon alles thuond/was zuthuon ist/so achtend euch dannocht vnnutz dienerin vor Gott/ich sags euch/wir muessen vnser werck vnd leben nit hoch auff blasen vnd vil von vns selbs halten Gott ist der gleyßnerey gar feyndt. Gald hernach nennt ir euch gaystlich/Das mag ich wol leyden/denn ir villeycht/die anfeng des gaysts in euch habt Ro. viii. Aber es last sich ansehen als ob ir in ewer selbs vergleychung gegen vns ausserthalb der Cloester haben geret/als ob wir flayschlich vnd ir gaystlich seyt/das wer aber ain hoffart die der Christlich glaub nit erleyt. Wolan seyt ir gaystlich/so woellen wir vns gern flaischlich bekennen/dann layder alzuo vil flaischs noch in vns ist/hat sich selbs Paulus Ro. vii. flayschlich dürffen nennen/der so vol gnad was so woellen wir billich den namen auch nit scheühen/sunder got vmb sein gayst bitten/der vns das sündig flaisch ertoedt. Sey oder nenne sich gaystlich wer da woell/ich sich wol das vns die schrift flaischlich nennt/der glaub ich baß denn allen menschen/haylgen vnd engeln im hymel.

Zuoletzst begebt ir euch willigklich in durch echtung/gleich als ob es ain durchechtung hayß wenn man euch mit schrift fraintlich ermant. O woelt ir dem leyden christi gleich foermig werden/so muest ir anders leyden/seyt ir nit in der welt/war umb beyssen euch denn die wort gotes so vbel/so sy ewer leben ain wenig antasten. Ich woelt ir hetten alle kunst braucht auf mein brief wol zuo antwurten/ir antwurt aber nu zornige wort/es lat sich die lauttern schrifft nitt so leychtlich verantwurten/nempt all ewere buecher vnd gebt grundtliche antwurt seyt ir so gelert. Ir woelt auch kain schrifft oder ermanung mer von mir annemen/da sich ich aber das ir zornig seyt/wer zorn vnd neyd hat/der ist noch in der welt/Ir habt zorn in euch/darumb seyt ir der wellt noch nit ertrunnen. Das ir aber vil buecher habt/gib ich zuo/aber ich bit euch/leßt das einig buoch die Bibel mit fleyß vnd gots forcht/vnd lond die andern vil buecher faren/so werdt ir darnach wol sehen/auß was grund ich euch zuo geschryben hab/vnd mich kain falschen propheten mer nennen/Ir wert ewer selbs gelassenhait lernen/aygen guottbeduncken faren lassen/vnd auch des aller groesten sunders sorg vnd gebet für euch nit verachten/wie ir mir thon habt/wolan ich will euchs als zuo guot nemen/zuo beschluß/zürnet/aber sündet nit/laßt die sunnen nit vber ewern zorn nider gon/Psal. iiii. Ephe. iiii. Vnd laßët euch ain sünder vnd flaischlichen auß christlicher trew ains gesagt haben. Es sey denn/das ir ewer leben nach dem wort gotts richten/das allain vnser liecht vnd Regel ist goetlich zuo leben/vnd menschen leer lassen ligen/ So will ich lieber mitt dem offen sünder im tempel Luce. xviii. flaisch lich genennt werden/dann mit euch vnd ewers gleichen/gaystlich sein. Darbey wünsch ich euch aber ain mal/rechte erkantnuß Jhesu Christi/dz der gayst der lebendig macht/in ewer hertz schreyb/die vberschwencklich guotthet Christi/das ir wyst warumb er in menschlicher natur/anß Creütz gehefft sey/wann ir das wist/so werden menschen findlein vnd vertraw auff aygne werck kutten/Closter/speyß meyden/vnd der gleych gar bald abfallen/es will gar ernstlich auffsehen haben/das man hie sich nit vermeß mit gaystlicher Symoney die Gottes gnad zuo kauffen/wer oren hab zuo hoeren der hoer. Es ist gar ain haimlich laster/tyeff in vnser sündige natur eingewurtzelt. Soilliche vermessenhait/die alweg vermaynt gott für zuokommen/vnd durch ire aygne werck/ain gnedigen got zuo machen/es mag sich der mensch herauß mit muee solches gotloßen yrslas erweren/will geschweigen in Cloestern/da vil vnd mancherlay selbs erwoelte werck mit feynen glantz der hailigkait geyebt werden/vnd ist als/Auen vnd Amal/man mach darauß was man woell/Aber leßet mitt ernstlichem auffmercken den v.vnd xiii. Psalmen wie in Paulus Roma. iii. einfiert/auff das ir dester leychter mügt menschen werck erkennen. Die gnad Gottes sey mitt euch allen. Amen. Datum Freytags den Aylfften tag Septembris/Im M.D. xxiii. Jar/in Augspurg.
 

Bibliographic Information
Author: 
Publication Date: 
11. September 1523
Publication Place: 
Augsburg