Ach Gott, an einem morgen (Poetry, Song Lyric, 1553)

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This text was digitized and graciously donated to Sophie by Dr. Albrecht Classen, University of Arizona

Die fett gedruckten Buchstaben ergeben die folgenden Worte: Agnes Herzogin zu Sachsen Churfürstin. Damit ist auch ihr dieser Text eindeutig zugeschrieben.

1. ACh Gott, an einem morgen
sah ich im trawm ein Bahr:
Gros leid thet ich besorgen,
das ist mir worden wahr:
Nu bringt man her mein Herre(n) todt,
in vnsern besten jahren,
es macht gros klag vnd noth.

2. Herr Gott, er hat getragen
offt grosse muehe vnd fahr,                                    (fahr = Gefahr)
Zog in sein jungen tagen
den Feinden nach, so gar
In grossem ernst greiff er sie an,
damit Teutschland befriedet,
es furcht jn jederman.

3. Zuletzt im Teutschen lande
der Marckgraff richtet an
Gros noth mit mord vn(d) brande:
mein Herr nam sich des an,

Zog aus mit seiner La(n)tschafft gut,
erlegt mit ernst die Feinde:
ach Gott, das kost sein blut!

4. So bringt der Sieg viel trawren
mir vnd meim lieben Kind!
Ach was helffen groß Mawren,
weil wir verwaiset sind!
So ich betracht sein lieb vnd todt,
ey, weil ich hab das leben,
nu mus ichs klagen Gott!

5. Chur vnd mein eigen leben
vnd alles land damit
Fur jn het ich gegeben!
ach, wünschen hilffet nit:
So sol nu Got mein vormund sein,
thu mich jm gantz beuehlen,
in Gott traw ich allein.

Bibliographic Information
Publication Date: 
1553
Publication Place: 
Dresden