‘Volget der 34 Psalm in der Melodey deß Lobgesangs der hochgelobten Jungfrawen Marie. Mein Seel erhebt den Herren mein. G. S’ (Poetry, Song Lyric)

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This text was graciously donated to Sophie by Dr. Albrecht Classen, University of Arizona.

1. Ich will loben den Herren mein /
Zu aller zeit vnd stunde:

Sein lob das soll jm(m)erdar sein /
Mit ernst in meinem Munde.
Mein Seel sich soll /
Deß Geystes voll /
Sein rhuomen meines Herren /
Das hoeren mich /
Vnd frewen sich /
Die ellenden im Herren.

2. Den Herren all preiset mit mir /
Vns mit einander lasset:
Sein Namen hochmachen mit gir /
Da ich sein Wort gefasset.
Ihn sucht den Hort /
Er mir antwort /
Vnd gnedig mich errettet /
Auß allem zwang /
In dem mir bang /
Vnd trib mich das ich bettet.

3. Die all so jn auff seine pflicht /
In jrer Not ansehen:
Vnd anlauffen / der angesicht /
Wie sein wort tut verjehen.
Wirdt nicht Scham(m)rot /
Mit schand vnd spot /
Die so zu sich dringen /
All finden Rath /
Trost / Hilff / frue vnd spat /
Vnd muß jhnen gelingen.

4. Da der ellend mensch rueffet an /
Hoert jhn gnedig der Herre:
Vnd halff jhm auß vor jederman /
Auß all seinem gewerre.
Von aller Noth /
Schand / Suend vnd Todt /
Sich legt deß Herren Botte /
Her vmb die Schar /
Nimpt deren war /
Die jn foerchten recht Gotte.

5. Er wachet vnd hilfft jnen auß /

So schmecket nun vnd schawet:
Wie freundtlich der Herr ist ohn grauß /
Wol dem 8 (acht) auff jn trawet.
Den Herren fein /
Ihr Heyligen sein /
Vor augen stes wolt haben /
Groß ist der gwin /
Die foerchten jn /
Die feind voll aller gaben.

6. In not seind vnd Hungers gestalt /
Die reich vnd zu sich reissen:
Gleich wie junge Loewe(n) mit gewalt /
Sie haben nicht zu beissen.
Die aber recht /
Als Gottes Knecht /
Den Herren im Geiste suchen /
Kein gut nicht ist /
Das den gebrist /
Gott kan jhnen nit fluchen.

7. Ir Kinder kompt her / hoeret an /
Die Forscht will ich euch lehren:
Deß Herren / vn(d) bringen auff Ban /
Wie man soll jhn recht ehren.
Der Mensch wer ist /
Der Mann vnd Christ /
Gut leben der begeret:
Het gern gut tag /
Was ich hie sag /
Thu er / soll sein gewehret.

8. Dein Zungen vor boesem behuet /
Die Lefftzen dein deß gleichen:
Das nit falsch reden dein gemuet /
Von Gott solt nit abweichen.
Fleuch falsche Lehr /
Zu Gott dich kehr /
Thu guts vnd dich leide /
Vom boesen laß /
Thu guts fuer baß /
Such Frid / Zanck hader meide.

9. Jag nach dem Frid / vn(d) laß den Grim(m) /
Deß Herren Augen sehen:
Auff die so da gerecht vor jhm /
Laeßt jhnen nichts geschehen.
Die Ohren sein /
Auch in der Pein /
Wenn sie schreyen auffmercken /
Auff jhr Gebett /
Bald es versteht /
Der Herr pflegt sie zu stercken.

10. Es steht aber vnd ist gestelt /
Deß Herren Angesichte:
Auff die boesen Kinder der Welt /
Das er sie straff vnd richte.
Vnd all jhr Hauß /
Zuletst rott auß /
Ihr Gedechtnuß im Lande /
Das man nicht mehr /
Wie biß daher /
Helt von jhnen zu hande.

11. Wan(n) schreiet der gerechte hauff /
Ein glaeubiger Christ bettet:
So hoert der Herr vnd mercket auff /
Auß aller Noth sie rettet.
Von jhnen ferr /
Ist nit der Herr /
Die seind zerbrochens Hertzen /
Hilfft den / behuet /
Der sinn vnd gemuet /
Zerschlagen ist mit schmertzen /

12. Der gerecht muß sich leiden vil /
Dieweil er hie thut wallen:
Der Herr aber jm helffen wil /
Mit gnaden auß dem allen.
Ligt es jm hart /
Er jhn bewart /
Mit sorg all sein Gebeine /
Das eins der nicht /
Im Creutz zerbricht /
Gott ist sein Schutz alleine.

13. Den Gottlosen wirt dz vnglück /
Sein vnfall vnd straff toedten:
Vnd die hassen vol arger tueck /
Den frommen so in noeten.
Die werden sein /
In Noth vnd Pein /
Vnd schuld seinethalb haben /
Nicht lasset Gott /
Die Gottloß Rott /
Fuerueber ohn Straff traben.

14. Der Herr der ohn fehl vnd gerecht /
Auff den allein zu schawen:
Der loeset die Seel seiner Knecht /
Vnd all die auff jhn trawen /
Als jhren Hort /
Nach seinem Wort /
Die werden sein ohn schulde /
O selig ist /
Der Mensch vnd Christ /
Der ist in Gottes hulde.

Ende des Psalmens /
 

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