Christiana Mariana von Ziegler

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Pseudonyms: 
Christiana Mariana Romanus

Image and author biography donated by Gisela Brinker-Gabler from her work, Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Gedichte und Lebensläufe.

Christiana Mariana Ziegler gehörte der Zeit der Aufklärung an. In ihrem dichterischen Werk setzte sie sich für die Rechte der Frauen ein. Ihr Beispiel ermunterte in der Folgezeit eine ganze Reihe von Frauen, die Feder in die Hand zu nehmen.

Mariana Ziegler war die Tochter einer der angesehensten Familien in Leipzig, die allerdings 1705 ein großes Unglück traf. Ihr Vater, Franz Conrad Romanus, seit 1701 Bürgermeister der Stadt, wurde wegen eines angeblichen Staatsverbrechens zu Festungshaft verurteilt und starb vierzig Jahre später, ohne die Freiheit wiedererlangt zu haben. Als 1728 das erste Buch Mariana Zieglers erschien, hatte sie bereits zwei Ehemänner durch den Tod verloren, ebenso ihre beiden Kinder. Seit 1722 lebte sie wieder in ihrem Elternhaus und führte einen "musikalischen Salon". Für die Leipziger Gesellschaft war das etwas Neues, da die Pflege der Künste damals noch dem Hofe und dem hohen Adel in Dresden vorbehalten war. Johann Sebastian Bach, seit 1724 in Leipzig, vertonte neun geistliche Cantaten von ihr. Mariana Zieglers Gedichte haben oft eine für jene Zeit nicht selbstverständliche klare und flüssige Diktion; besonders ihre strophisch gebauten Lieder verraten ein bemerkenswertes musikalisches Gespür. Sie veröffentlichte auch Reden, Gespräche, Briefe und Fabeln.

Mariana Ziegler war in literarischen Kreisen zwischen 1730 und 1740 sehr berühmt. Sie wurde das erste weibliche Mitglied der "Deutschen Gesellschaft" in Leipzig und hielt dort eine Rede zum Thema "Ob es dem Frauenzimmer erlaubet sey, sich nach den Wissenschaften zu bestreben". Sie war auch die erste Frau, die von einer Universität zur Dichterin gekrönt wurde (1733). Ein solcher Einbruch in das Reich akademischer, sprich männlicher Würden war zu ihrer Zeit nur durch männliche Unterstützung möglich. Und die erhielt sie von dem Leipziger Literaturprofessor Johann Christian Gottsched, der sie im Schreiben ermunterte und förderte und sich überhaupt für die Frauenbildung einsetzte.

Ihre Erfolge brachten ihr aber nicht nur Glückwünsche und Lobreden ein. Es wurde manches Spottgedicht auf sie verfaßt, vor allem nach ihrer Dichterkrönung. 1741 ging sie eine dritte Ehe ein und verstummte fortan als Schriftstellerin.

Life
Birthdate: 
June 28, 1695
Birth Location: 
Leipzig, Germany
Death Date: 
May 1, 1760
Death Location: 
Frankfurt an der Oder, Germany
Family
Married to: 
Heinrich Levin von Könitz, George Friedrich von Ziegler, Wolf Balthasar Adolf von Steinwehr
Children: 
Johanna Mariana Henriette von Könitz Carolina Augusta Louisa von Ziegler

Works by Christiana Mariana von Ziegler