Sidonia Hedwig Zäunemann

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Pseudonyms: 
die Zäunemännin

Image and author biography donated by Gisela Brinker-Gabler from her work, Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Gedichte und Lebensläufe.

Sidonia Zäunemann, die Tochter eines Erfurter Notars, war eine der ersten Frauen, die unter der Einwirkung der Erfolge von Mariana Ziegler aufwuchs. "Ihr Vorbild hat mein Blut erhitzt", schrieb sie in einem Gedicht.

Ihr Leben und Dichten zeigt den entschlossenen Drang zur Selbstbehauptung. Als ihr Hauptwerk bezeichnete sie die poetische Beschreibung "Das Bergwerk in Ilmenau", in der sie ihre Fahrt unter Tage schildert. Wohl zu Recht rühmte sie sich, eine der ersten Frauen zu sein, die ein solches Unternehmen wagte. Mut bewies sie auch sonst. Ihre zahlreichen Reisen nach Ilmenau, dem Wohnsitz ihrer Schwester, legte sie allein zu Pferd in Männerkleidung zurück, und das zu einer Zeit, da junge Mädchen kaum unbegleitet über die Straße gehen durften. Eine dieser Reisen endete für sie tödlich. Zeitgenössische Quellen berichten, daß sie bei der Überquerung einer Brücke ins Wasser stürzte.

Sidonia Zäunemann blieb bis zu ihrem frühen Tod unverheiratet und lebte im Haus ihrer Eltern in Erfurt. Ihr Verstoß gegen die "weiblichen Normen", ihr dichterischer Ehrgeiz und ihr persönliches Unabhängigkeitsstreben mußten Anstoß erregen, nicht nur in den kleinbürgerlichen Kreisen ihrer Heimatstadt. Verteidigung und Rechtfertigung durchziehen ihr Werk wie ein roter Faden.

1738 wurde ihr eine wichtige öffentliche Anerkennung zuteil: die Göttinger Universität krönte sie zur kaiserlichen Poetin. Erst nach dieser Ehrung gab sie ihre erste Gedichtsammlung "Poetische Rosen in Knospen" heraus. 1739 veröffentlichte sie als letztes Werk eine Satire im Geist der Aufklärung.

Life
Birthdate: 
Approx. 1714
Death Date: 
1740

Works by Sidonia Hedwig Zäunemann