Else Lasker-Schüler

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Image and author biography donated by Gisela Brinker-Gabler from her work, Deutsche Dichterinnen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Gedichte und Lebensläufe.

"Ich bin in Theben (Ägypten) geboren, wenn ich auch in Elberfeld zur Welt kam, im Rheinland. Ich ging zur Schule, wurde Robinson, lebte fünf Jahre im Morgenland, und seitdem vegetiere ich."

Sie nannte sich "Prinz von Theben", "Tino von Bagdad", der "Blaue Jaguar", ihre Freunde hießen "Giselheer der Barbar", "Blauer Ritter", "Ritter aus Gold" oder "Prinz von Prag". Else Lasker-Schüler entzog sich der nicht genügenden Wirklichkeit durch Mythisierung ihrer Person und ihrer Umwelt. Sie wuchs in einem bürgerlichen jüdischen Elternhaus auf, verließ aber diesen Lebenskreis und führte ein ungesichertes und ungebundenes Leben. Der frühe Tod der Mutter (1890) und des Vaters (1897) hatte sie sehr getroffen. Sie war einige Jahre mit dem Berliner Arzt Lasker verheiratet, wurde Mutter eines Sohnes, heiratete 1901 Georg Levin, dem sie den Namen Herwarth Walden gab; er ebnete später mit seiner Zeitschrift "Sturm" dem Expressionismus den Weg. Seit 1899 veröffentlichte sie Gedichte in Zeitschriften und Anthologien, die anfangs Einflüsse des Jugendstils und der Frauenbewegung erkennen lassen. Die Urteile über ihren ersten Gedichtband "Styx" reichen von "genial" bis "pervers". In den folgenden Jahren erschienen von ihr unzählige Gedichte, Prosaskizzen, Dramen; die erste Gesamtausgabe von 1919/20 umfaßt zehn Bände.

Seit der von Walden gewünschten Trennung (1912) lebte sie in Pensionen, engen Kammern, ständig in finanzieller Not; was sie an Geld bekam, verschenkte sie oft. In der Berliner Bohème war sie die Auffallendste, mit ihrem schwarzen Pagenkopf, orientalischer Kleidung, Unmengen von Modeschmuck. Nach dem Tod zahlreicher Freunde im Weltkrieg, dem Tod ihres Sohnes 1927, an dem sie zärtlich hing, vereinsamte sie immer mehr und wandte sich verstärkt religiösen Stoffen zu. 1933 floh sie nach Zürich, wo sie auf fremde Unterstützung angewiesen war. 1939 emigrierte sie nach Palästina, dort starb sie als arme und einsame Frau. Zwei Jahre vor ihrem Tod erschien ihr letzter Gedichtband "Mein blaues Klavier". Gottfried Benn nannte sie "die größte Lyrikerin, die Deutschland jemals besaß".

Life
Birthdate: 
February 11, 1869
Birth Location: 
Elberfeld, Germany
Death Date: 
January 22, 1945
Death Location: 
Jerusalem, Israel
Family
Married to: 
Jonathan Berthold Lasker; Georg Lewin aka Herwarth Walden
Children: 
Paul

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